Klavierstimmgerät mit gespreizter Stimmkurve

Online-Stimmgerät für Klaviere, das die entscheidende Eigenschaft einer Klaviersaite berücksichtigt — die Inharmonizität. Es zerlegt den Klang des Anschlags in Teiltöne, misst den Steifigkeitskoeffizienten B und baut daraus die gespreizte Stimmkurve Ihres Instruments. Angezeigt wird auf einer Stroboskopscheibe: sie bleibt genau dann stehen, wenn die Saite ihr Ziel erreicht, und löst Bruchteile eines Cents auf, die kein Zeiger erreicht.

So wird es benutzt

1
Das Instrument angeben

Wählen Sie Klaviertyp und Kammerton. Das allein ergibt schon eine sinnvolle gespreizte Kurve — Messungen verfeinern sie, sie erzeugen sie nicht.

2
Mikrofon einschalten

Legen Sie Handy oder Notebook neben das Instrument. Je stiller der Raum, desto sauberer die Zerlegung in Teiltöne.

3
Den Durchgang über sechs Töne gehen

Das Gerät sagt, welche Taste anzuschlagen ist, misst die Steifigkeit und geht weiter. Zwei der sechs liegen beiderseits des Bassübergangs, wo die Kurve am stärksten knickt.

4
Nach der Scheibe stimmen

Wählen Sie einen Ton auf der Klaviatur oder lassen Sie ihn nach Gehör erkennen. Drehen Sie am Wirbel, bis die Scheibe steht: Stillstand ist Ankunft. Gestimmte Tasten markieren sich selbst.

5
Die Unisoni zusammenführen

Dämpfen Sie die übrigen Saiten, stimmen Sie eine, öffnen Sie dann einzeln und nehmen Sie das Pulsieren heraus. Der Reiter „Unisoni“ zeigt dessen Frequenz als Zahl.

Messen Sie Ihre eigenen Saiten und stimmen Sie das Instrument nach seiner eigenen Kurve

Ihr Instrument

A4
Eine Taste anschlagen
Mikrofon aus
Aktueller Ton Gestimmt Steifigkeit gemessen

Die Stimmkurve Ihres Instruments

Waagerecht die Tasten von A0 bis C8, senkrecht die Abweichung von der gleichstufigen Stimmung in Cent. Die gestrichelte Linie ist die „gerade“ Stimmung, die Punkte sind Töne, deren Steifigkeit Sie gemessen haben: dazwischen wird interpoliert, darüber hinaus folgt die Kurve der Form eines echten Instruments. Die senkrechte Linie ist der Ton, an dem Sie arbeiten.

Warum ein Klavier nicht „gerade“ gestimmt werden kann

Eine Klaviersaite ist dick und steif, deshalb klingen ihre Teiltöne höher, als die Obertonreihe es verlangt: der n-te Teilton sitzt nicht bei n·f₀, sondern bei n·f₀·√(1 + B·n²), wobei B der Inharmonizitätskoeffizient genau dieser Saite ist. Der Stimmer hört nicht auf die Töne selbst, sondern auf die Schwebungen zwischen ihren Teiltönen, und legt jede Oktave so, dass die gewählten Teiltöne von unterem und oberem Ton zusammenfallen. Die fertige Stimmung ist deshalb gespreizt: oben über der gleichstufigen Stimmung, unten darunter — die Railsback-Kurve. Ein streng gleichstufig gestimmtes Klavier klingt im Diskant stumpf und im Bass trüb, und das hört jeder.

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